Weg mit den Hausaufgaben!

Heute bin ich bei youtube zufällig über ein Video von Harald Lesch gestolpert. Er äußert sich über den Sinn – besser Unsinn – von Hausaufgaben. Und ohne den Begriff flipped classroom in den Mund zu nehmen, sagt er genau das, was für dieses Konzept spricht.

„Letztlich stehen wir vor einem riesigen Dilemma, was sich ganz leicht lösen ließe, wenn die Lehrpläne nicht so dicht wären und wenn mehr Zeit zur Verfügung stünde, um mit den Kindern das zu tun, was sie tun sollen mit Hausaufgaben, nämlich üben. Warum wird diese ganze Situation des Aufgaben erledigens nicht zu einer Schulaufgabe gemacht, also nicht zu einer Aufgabe zuhause, sondern zu einer Schulaufgabe.“

Zuhause zu sitzen und die Aufgaben ohne Hilfe nicht lösen zu können, führt nicht zu Lernerfolg, sondern zu Frustration. Und es vergrößert am Ende den Abstand zwischen den Leistungsstarken und den Leistungsschwachen, wenn die einen das Glück haben, zuhause die entsprechende Hilfe zu bekommen, während andere frustriert die Segel streichen.

Wir sollten also in den Unterricht packen, was in den Unterricht gehört. Und wir sollten die gemeinsame Zeit auch gemeinsam nutzen: gemeinsam üben, gemeinsam Fragen klären, gemeinsam lernen.

Das ganze Video Video von gut sieben Minuten Länge gibt es hier zu sehen:

Kahoot!

In dieser Rubrik möchte ich in loser Folge Apps vorstellen, die ich im Unterricht ausprobiere. Manche bleiben, manche werden nicht wiederverwendet. Aber allen ist eins gemeinsam: Sie sind kostenlos, die Mindestanforderungen an den Datenschutz sind gewährtleistet (wer achtet eigentlich darauf, welche Berechtigungen er einer App bei der Installation gibt?) und sie sind zumindest für Android und IOS verfügbar, damit möglichst alle Schüler teilnehmen können.

Den Auftakt macht die App Kahoot!, über die ich zufällig in den Winterferien gestolpert bin und die für Android, IOS und Windows Phone kostenfrei verfügbar ist.

Kahoot! verbindet alle Teilnehmer über ihre mobilen Endgeräte zu einem gemeinsamen Spiel. Eine Registrierung ist lediglich für den Lehrer notwendig, der auf der Webseite kahoot.com die Quizfragen erstellt. Die Schüler müssen nach dem Starten der App lediglich den Game Pin eingeben, um am Spiel teilzunehmen.

Die Displayansicht des Lehrers muss für alle Teilnehmer sichtbar präsentiert werden, z.B. über einen Beamer, damit alle Schüler die Fragen sehen können. Dort werden die Frage und die Antwortmöglichkeiten mit einer Farbe und einer geometrischen Figur gezeigt,

Display mit der Ansicht des Lehrers / Moderators:

Ansicht der Schüler auf dem Endgerät:

Die Schüler können einzeln oder in Teams gegeneinander antreten und nach jeder Frage wird der aktuelle Zwischenstand angezeigt. Für eine falsche Antwort gibt es keine Punkte, für eine richtige Antwort maximal 1000 Punkte, je nach benötigter Antwortzeit.

Ich habe die App letzte Woche erstmals ausprobiert und ein Quiz zu den Eigenschaften von Algorithmen veranstaltet. Als erste Erfahrung kann ich nur sagen, dass selten wirklich alle(!) Schüler mit soviel Engagement dabei waren. Zwischenstände wurden lautstark gefeiert, Wechsel an der Spitze beklatscht und die nächste Frage von allen mit großer Aufmerksamkeit erwartet. Das Endergebnis sah dann so aus:

(Ja, es sind auch Jungs in der Klasse. Aber die Mädels haben die Jungen leider gnadenlos abgezogen.)

Fazit: Kahoot! schafft einen spielerischen Wettbewerb zwischen den Schülern und ermöglicht es, alle Schüler zu aktivieren. Dabei kann es durchaus turbulent zugehen. Die App vor allem zum Beginn Abschluss einer Stunde geeignet, um den Stoff nochmals abzufragen. Ein Stundeneinstieg mit dem Stoff der vorherigen Stunde ist sicher auch sehr gut möglich. Der Aufwand zum Erstellen ist relativ gering und meine Klasse hatte wirklich sehr viel Spaß. Damit kommt Kahoot! sicher wieder bald zum Einsatz.